Wirtschaft und Finanzen
Im Mittelpunkt des Schwerpunkts Wirtschaft werden die sich verändernden Wettbewerbsbedingungen vor allem durch die Internationalisierung sowie durch den technischen und gesellschaftlichen Wandel auf der Ebene von Unternehmen, Branchen und Regionen untersucht. Vor diesem Hintergrund gilt es, vorrangig die Beschäftigungs- und Arbeitsplatzwirkungen zu spezifizieren. Auf der Basis der Veränderung räumlicher Strukturen der Wirtschaft stellen sich für die Organisation der Gebietskörperschaften Fragen zur föderalen Finanzverfassung, die im IAW unter dem Stichwort „Public Finance“ bearbeitet werden.
Regionalökonomische Analysen
Ein erster Forschungsschwerpunkt der Forschungseinheit liegt in der wissenschaftlichen Untersuchung der Grundlagen und Entwicklung der Regionalökonomie des Landes Bremen innerhalb der Metropolregion Bremen-Oldenburg. In diesem Zusammenhang werden insbesondere Branchenstrukturen analysiert. Im Fokus stehen traditionell die Luft- und Raumfahrtindustrie, das Cluster Automobilproduktion sowie der vernetzte Sektor maritime Wirtschaft, zu dem der Schiffbau und die maritime Zulieferindustrie, Offshore-Windkraftindustrien, Feeder und ShortSeaShipping zählen. Die Analyse dieser Branchenstrukturen erfolgt auch unter dem Gesichtspunkt der räumlichen Entwicklung Bremens und Bremerhavens in Nordwestdeutschland. Aufgrund der intensiven Interdependenzen werden gesamtwirtschaftliche und internationale, insbesondere auch europäische Zusammenhänge untersucht.
Public Finance
Im zweiten Forschungsschwerpunkt der Forschungseinheit geht es darum, eng verknüpft mit der wirtschaftlichen Entwicklung die fiskalischen Grundlagen und vor allem Handlungsmöglichkeiten des Zweistädtestaats Bremen und Bremerhaven auf der Ebene der Aufgaben sowie der Ausgaben und Einnahmen wissenschaftlich zu erschließen. Dabei spielt die Verankerung der Stadtstaaten im System des föderalen Finanzsystems eine wichtige Rolle.
Im Mittelpunkt steht die Konzipierung von Modellen im System des Finanzausgleichs zur angemessenen Berücksichtigung deren Andersartigkeit („Hauptstadt ohne Umland“) gegenüber den Flächenländern. Hierzu werden Mindeststandards für Primärausgabenquoten gegenüber vergleichbaren Großstädten in Flächenländern entwickelt. Darauf bauen Vorschläge zur Sicherung der Stadtstaaten im föderalen Finanzausgleich auf. Die Wirtschaftskraft als Zielgrößen der bundesweiten Verteilung der Finanzmassen wird bei den Analysen hervorgehoben.
In die übergreifende Analyse der Finanzpolitik auf der Basis einer tragfähigen Theorie allokativer, distributiver und stabilisierender Staatsfunktionen sowie der zu rechtfertigenden Einnahmen – einschließlich der öffentlichen Kreditaufnahme – werden in die Analyse der Rolle der öffentlichen Haushalte innerhalb der Regionalökonomie einbezogen.
Kooperationen und Wissenstransfer
Um Synergien zu erzeugen, arbeitet die Forschungseinheit Wirtschaft und Finanzen in den Schwerpunkten Regionalökonomie und Public Finance eng mit den anderen Forschungseinheiten des IAW zusammen. Diese abgestimmte Grundlagenforschung ermöglicht der Forschungseinheit Wirtschaft und Finanzen die Produktion und den Transfer von Wissen, von dem nicht nur die beiden Kooperationspartner Arbeitnehmerkammer Bremen und Universität Bremen, sondern auch die Politik sowie die Gewerkschaften und Verbänden im Land Bremen profitieren.



