Sitzen auf dem Stuhl
  Sitzhaltung

Rückenbeschwerden und Arbeitsbedingungen
Rückenbeschwerden haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass bei der Arbeit immer mehr gesessen wird. Bei der Bildschirmarbeit beträgt der Anteil des Sitzens 80 bis 85%. Das Sitzen belastet die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur stärker, als z.B. das Gehen oder Stehen, insbesondere dann, wenn man „falsch“ sitzt.
Die Wirbelsäule ist aus insgesamt 24 Wirbeln mit den dazwischen liegenden Bandscheiben aufgebaut.
Diese Bandscheiben bestehen aus einem festen äußeren Faserring und einem prall mit einer gallertartigen Masse gefülltem Kern. Durch diesen Aufbau wirken sie als „Stoßdämpfer“ der Wirbelsäule und sorgen für ihre Beweglichkeit. Die Bandscheiben sind zugleich das schwächste Glied der Wirbelsäule, denn ihre Elastizität und damit ihre Funktion nehmen mit fortschreitendem Alter ab. Dieser natürliche Verschleiß findet verstärkt und frühzeitiger statt, wenn die Wirbelsäule dauerhaft falsch belastet wird.
 
Falsches Sitzen ist „Gift“ für den Rücken
Insbesondere das Sitzen in vorgebeugter Haltung bedeutet eine unphysiologische und übermäßige Belastung. In dieser Position sind die Bandscheiben einem relativ hohen statischen Druck ausgesetzt und ihre Versorgung mit Nährstoffen und Flüssigkeit ist eingeschränkt. Dadurch können einzelne Bandscheiben vorzeitig verschleißen und degenerieren, was zu gesundheitlichen Beschwerden und dauerhaftenErkrankungen führen kann.
Durch die ständige zusammengesackte Sitzhaltung erschlafft die Rumpfmuskulatur. Zurückgebildete Muskeln können ihre natürliche Stützfunktion für die Wirbelsäule nicht mehr erfüllen. Darüber hinaus werden bei dieser Sitzhaltung die Verdauungsorgane und die Atmung behindert. Eine vorzeitige Ermüdung kann die Folge sein.