Der Beitrag entwickelt ein theoretisches Konzept arbeitspolitischer Öffentlichkeit zur Analyse der politischen Strukturierung von Erwerbsarbeit im Kontext der Transformation. Ausgehend von der Diagnose einer Leerstelle in der politischen Theorie wird die Bedeutung von Arbeit für demokratische Ordnungen über den Begriff der Industrial Citizenship gefasst und im Spannungsfeld von Globalisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung verortet. Zentral ist die These, dass industrielle Staatsbürgerrechte nicht automatisch wirksam sind, sondern in konflikthaften Prozessen arbeitspolitischer Öffentlichkeit hervorgebracht, stabilisiert und verändert werden. Auf Mikro-, Meso- und Makroebene wird gezeigt, wie sich öffentliche Aushandlungen von Arbeit konstituieren und zur (Re-)Konfiguration von Arbeitsrechten beitragen. Arbeitspolitische Öffentlichkeit erscheint damit als zentrale Voraussetzung für die demokratische Regulierung von Erwerbsarbeit unter Transformationsbedingungen.
Heiland, Heiner; Seeliger, Martin, 2026: Industrial Citizenship und arbeitspolitische Öffentlichkeit in der Transformation, Band 44, Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft/2026, Bremen: Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF





