In insgesamt zehn Beiträgen nehmen die AutorInnen um die HerausgeberInnen Horst Gischer, Bedia Sahin und Jochen Hartwig Stellung zu ausgewählten Problemen moderner Volkswirtschaften, insbesondere in Märkten, die den - nicht selten hohen - Anforderungen der einschlägigen Theorie nicht hinreichend entsprechen. Diese Unvollkommenheiten resultieren in ausbeutbaren Vorteilen („Marktmacht“) einzelner Marktteílnehmer, wodurch die (gesellschaftlich) gewünschten Ergebnisse regelmäßig nicht erzielt werden. Die in der gegenwärtigen politischen Diskussion geforderten Reformen sind ein sichtbarer Beleg für den bestehenden Korrekturbedarf.
Beispielhaft widmen sich die Beiträge verschiedenen Facetten einer Neugestaltung der gesetzlichen Alterssicherung in Deutschland, der Ausgestaltung der staatlichen Wirtschaftspolitik unter begründeter Einschränkung eines allgegenwärtigen „laissez-faire“, Besonderheiten der Funktionsmechanismen auf (institutionellen) Finanzmärkten und der Suche nach einem „neuen Wirtschaftswunder“ nach der Finanzkrise. Beleuchtet werden überdies die ökonomischen Nebeneffekte moderner unbarer Zahlungssysteme. die (technischen) Restriktionen auf Energie- und (sog.) Nischenmärkten sowie rechtliche Nebenbedingungen der Staatsverschuldung.
Das Doppelheft ist Fritz Helmedag gewidmet, der über drei Dekaden als Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Chemnitz gewirkt hat und im Juli des vergangegen Jahres völlig unerwartet verstorben ist. Seine kritische Stimme wird in den theoretischen und politischen Diskussionen fehlen.
Die VAW erscheinen seit 2025 in Diamond Open Access. Das Doppelheft und alle früheren Ausgaben sind hier kostenfrei verfügbar.




