Mitteilungen


Die Bremer Senatorin für Wissenschaft und Häfen, Frau Dr. Claudia Schilling, würdigte die Bedeutung des iaw als Forschungs- und Transfereinrichtung der Universität Bremen.

Am 18.11.2022 besuchte Frau Dr. Schilling das iaw und erörtete mit der Konrektorin für Lehre und Studium, Frau Prof. Dr.-Ing. Maren Petersen, sowie den Wissenschaftler:innen des iaw die Bedeutung des "Dualen Studiums" für Bremen, die nachhaltige Mobilität von Beschäftigten in Bremer Gewerbegebieten sowie die Evaluation der neuen generalistischen Pflegeausbildung in Bremen. Die 3 Themen wurden am iaw in Projekten 2022 bearbeitet und die Ergebnisse z.T. bereits veröffentlicht.

Schriftenreihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen Nr. 41/2022

Die Studie  beschäftigt sich mit Fragen nach den gesellschaftlichen Bewertungskriterien für Arbeit und Berufe. Während der Corona-Pandemie ist für etliche Berufsgruppen eine enorme Diskrepanz zwischen 'Systemrelevanz' und gesellschaftlicher Anerkennung bzw. Wert­schätzung deutlich geworden. Aber nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie werden soziale und normative Grundlagen von Arbeit in Frage gestellt. Allerdings dürfte die Pandemie Debatten und Auseinandersetzungen um Normen wie soziale Gerechtigkeit, Leistung, Solidarität oder gesellschaftlichen Zusammenhalt befördert haben. Wie Beschäftigte in den betroffenen Berufsgruppen ihre Erfahrungen damit verarbeiten, welche Erwartungen zur Aufwertung systemrelevanter Berufe daraus resultieren, und welche Spielräume für spezifische Aufwertungsstrategien gesehen werden, wird - differenziert nach Berufsgruppen und Arbeitsfeldern - analysiert.

Friemer, Andreas; Warsewa, Günter, 2022: Aufwertungsoptionen bei "systemrelevanten" Berufsgruppen in der Corona-Pandemie?, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 41, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF

Heft 38 der iaw Schriftenreihe Arbeit und Wirtschaft erschienen

Der Transfer von Forschungs- und Entwicklungsprojekten ist zumeist auf den Breitentransfer reduziert, d. h. dass entwickelte und in der Praxis bewährte Projektergebnisse in die entsprechenden Branchen und Bereiche gestreut werden. Eine Testung in weiteren Praxisunternehmen im Sinne eines Tiefentransfers findet hingegen nur selten Anwendung. Der vorliegende Beitrag beschreibt das Vorgehen im Projekt Flexi-GesA, in dem der Ansatz des Tiefentransfers als ein Teilziel intensiv verfolgt wurde, benennt Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Verbindung von Tiefen- und Breitentransfer und gibt einen Ausblick auf Forschungs- und Gestaltungsbedarfe für den Tiefentransfer. Die Grundlage hierfür lieferten mehrere qualitative Interviews mit am Tiefentransfer beteiligten Unternehmensvertretern und mit dem verantwortlichen Projektmitarbeitenden.

Pöser, Stephanie; Becke, Guido (2022): Innovation des Praxistransfers: Verbindung von Breiten- und Tiefentransfer. Qualitative Befunde der Transferforschung im Rahmen des FlexiGesA-Verbundprojekts, Bd. 38, Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft, Bremen: iaw - Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF


Kontaktdaten:
PD Dr. rer. pol. Guido Becke
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61747
E-Mail: becke@uni-bremen.de

21.09.2022

Das iaw feiert:

 Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Andrea Nahles (Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit),  Irene Dingeldey (Direktorin des iaw)
Bürgermeister Andreas Bovenschulte, Andrea Nahles (Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit), Irene Dingeldey (Direktorin des iaw)
50 Jahre Kooperationsbereich / 20 Jahre Institut Arbeit und Wirtschaft

Bereits 1971 wurde der Kooperationsbereich von Universität und Arbeitnehmer-kammer Bremen zusammen mit der Universität gegründet. Das iaw in seiner heutigen Form besteht seit 2001. Das 50/20 jährige Jubiläum wurde (mit einem Jahr Corona-Verspätung) in zwei Teilen begangen:

Die Fachtagung "Forschung und Transfer in gesellschaftlicher Verantwortung" wurde durch Grußworte von Peer Rosenthal (Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer) und Dr. Mandy Boehnke (Konrektorin der Universität) am Nachmittag in der Arbeitnehmerkammer eröffnet. Prof. Dr. Berthold Vogel, Direktor des SoFI in Göttingen, hielt einen programmatischen Vortrag zur Positionierung anwendungsorientierter Grundlagenforschung in der deutschen Forschungslandschaft. Die Direktorin des iaw, Prof. Dr. Irene Dingeldey, stellte die Forschungsschwerpunkte des iaw im Zeitverlauf vor. Eine Podiumsdiskussion unter Mitwirkung von Dr. Claudia Schilling, Senatorin für Wissenschaft und Häfen, zeigte darüber hinaus die verschiedenen aktuellen Herausforderungen auf, denen anwendungsorientierte Forschung sich stellen muss.

Bei der feierlichen Abendveranstaltung im Schuppen II würdigte Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte die Bedeutung des iaw für die Stadtgesellschaft. Eine kurze Videoeinspielung übermittelte Glückwünsche zahlreicher Bremer Kooperationspartner:innen des Instituts. Darauf folgte der Festvortrag von Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, zum Thema "Transformation von Arbeit und Wirtschaft". Sie verwies unter anderem darauf, dass das iaw eines der wenigen noch verbliebenen Institute in Deutschland ist, das sich der Forschung zum Wandel der Arbeit und des Arbeitsmarktes widmet. Dies aber sei immens wichtig, um z.B. zukünftige Qualifikationsanforderungen zu erkennen und die anstehende Transformation zu bewältigen.

Seinem Auftrag, dazu beizutragen, „die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitnehmer:innen zu verbessern“ kommt das iaw auch zukünftig nach. Auf Basis einer erfolgreichen wissenschaftlichen Evaluation des Instituts (siehe Evaluationsbericht) wurde der Kooperationsvertrag zwischen Arbeitnehmerkammer und Universität in diesen Tagen für weitere fünf Jahre verlängert.

Hat der institutionalisierte Klassenkonflikt eine Zukunft?

Gemeinsam mit Janis Ewen und Sarah Nies hat Martin Seeliger einen Band zum Thema 'Sozialpartnerschaft im digitalisierten Kapitalismus' herausgebracht. Die Beiträge zum Band setzen sich mit der Frage auseinander, ob und inwiefern der institutionalisierte Klassenkompromiss unter Bedingungen gesellschaftlicher Transformation eine realistische Zukunft besitzt.

Der Band ist die erste Veröffentlichung einer Reihe 'Arbeit - Organisation - Politik', die Guido Becke (IAW Bremen) Irene Dingeldey (IAW Bremen), Wolfgang Menz (Uni Hamburg), Johannes Kiess (Uni Leipzig), Sarah Nies (Uni Göttingen) und Martin Seeliger (IAW Bremen) gemeinsam herausgeben.

Ewen, Janis; Nies, Sarah; Seeliger, Martin (Hg.), 2022: Sozialpartnerschaft im digitalen Kapitalismus. Hat der institutionalisierte Klassenkonflikt eine Zukunft?, Basel/ Weinheim: Juventa | Link


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Fachtagung des Instituts Arbeit und Wirtschaft am 06.09.2022 in Berlin

Die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind zuletzt häufig Thema öffentlicher Diskurse gewesen. Sowohl das Bundesforschungsministerium, als auch die Universitäten Dresden und Jena haben im Juni 2022 Evaluationen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz vorgelegt. Momentan läuft die Debatte darüber, welche Konsequenzen aus den Ergebnissen zu ziehen sind. Im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Hans-Böckler-Stiftung hat sich auch das iaw der Universität Bremen zuletzt in zwei Studien mit den Auswirkungen veränderter arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen auf die Hochschulen, deren wissenschaftliche Beschäftigte und deren Forschung befasst.

 

Dabei wurden sowohl das novellierte Wissenschaftszeitvertragsgesetz, lokale Kodizes für bessere Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen, die Landeshochschulgesetze und die laufende Rechtsprechung betrachtet. Im Fokus standen dabei die unterschiedliche Anwendung der Regelungen auf Bundes- und Landesebene sowie deren Auswirkungen in Bezug auf das Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zu verbessern. Ferner wurden nicht-intendierte Wirkungen der Reformen betrachtet.

Über die Ergebnisse der beiden Studien und die sich daraus ergebenden Reformbedarfe beispielsweise in Bezug auf das Wissenschaftszeitvertragsgesetz und dessen Anwendung durch die Hochschulen diskutierten die Autor:innen am Dienstag, den 6. September 2022, zwischen 13 und 17.30 Uhr in der Bremer Landesvertretung in Berlin gemeinsam mit politischen Vertreter:innen, Drittmittelgeber:innen, Wissenschaftler:innen, Hochschulleitungen, Gewerkschaften und Personalräten. Dabei wurden zum einen die Probleme bei der Anwendung des WissZeitVG, die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft und der zunehmende Fachkräftemangel thematisiert. Zum anderen wurden die unterschiedlichen Sichtweisen von Gewerkschaften und Hochschulleitungen auf das Thema Befristung deutlich. Ferner zeigte sich, dass eine Verbesserung der Gesamtsituation für die Hochschulen und die Beschäftigten nur durch gemeinsame und abgestimmte Anstrengungen von Bundespolitik, Landespolitik und Drittmittelgebern gelingen kann.

 

Die Folien des Vortrags finden Sie hier.

Die dem Vortrag zugrundeliegenden Publikationen finden Sie hier und hier.


Kontaktdaten:
M.A. Sozialpolitik René Böhme
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61722
E-Mail: rene.boehme@uni-bremen.de

Sonderheft zum Strukturwandel der Öffentlichkeit erschienen

Gemeinsam mit Sebastian Sevignani hat unser Kollege, Martin Seeliger, ein Sonderheft von Theory, Culture and Society zum Strukturwandel der Öffentlichkeit herausgegeben.
Im Heft finden sich Beiträge von Judith Butler, Jürgen Habermas, Paula Villa Braslavsky, Donatella Dellaporta, Hartmut Rosa und vielen anderen. Gemeinsam mit Heiner Heiland und Uli Brinkmann hat Martin Seeliger einen Text zum Strukturwandel arbeitspolitischer Öffentlichkeit im Logistik-Sektor geschrieben.

Die Ausgabe ist zu finden unter dem folgenden Link


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PD Dr. Martin Seeliger
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Eine Perspektive für die Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Stadtentwicklung in Bremerhaven? Schriftenreihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen Nr. 40 /2022

Die Seestadt Bremerhaven und ihre Bürger:innen sind krisenerprobt. Seit einigen Jahrzehnten muss die Hafenstadt immer wieder tiefgreifende sozioökonomische Strukturbrüche und Anpassungsprozesse bewältigen. Neben aktuellen Krisen (Corona-Pandemie, Energieknappheit und der Niedergang der lokalen Windkraftindustrie) stellen auch Metatrends wie der demografische Wandel, die Digitalisierung und der Klimawandel Bremerhaven vor veränderte Herausforderungen. Dabei deutet vieles darauf hin, dass die verfolgten klassischen und sektorspezifischen Ansätze zu deren Bewältigung nicht mehr tragen. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Ideen und Entwicklungsansätze zunehmend an Bedeutung. Die Seestadt ist gefordert, sich im Standortwettbewerb um Unternehmen und Arbeitsplätze, um Einwohner:innen und Fachkräfte zukunftsfähig und attraktiv aufzustellen. Als ein strategisch wichtiges Zukunftsfeld kristallisiert sich seit einigen Jahren die Verfolgung eines Green Economy-Ansatzes heraus. Der Magistrat und insbesondere die Wirtschaftsförderung in Bremerhaven richten ihr Augenmerk verstärkt auf die Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftens in der Seestadt. Der Fokus auf die Green Economy impliziert aber auch die Ausrichtung auf eine nachhaltige und klimaangepasste Stadtentwicklung (Green City) sowie auf die Gestaltung eines umfangreichen Wandels im Bereich der Beschäftigung. Einerseits werden sich die Tätigkeitsprofile in vielen Berufen verändern, andererseits sind neue Ansprüche hinsichtlich der Ausbildung und Qualifizierung von Arbeitnehmer:innen zu erwarten. Eine Untersuchung im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen zielte darauf ab, die Anschluss- und Tragfähigkeit der Green Economy als ein strategisches Zukunftsfeld für Bremerhaven zu untersuchen. Neben Analysen von Potenzialen und Bedarfen in der Bremerhavener Wirtschaft- und Stadtentwicklungspolitik wird ein besonderer Schwerpunkt auf den Arbeitsmarkt gelegt.

Nischwitz, Guido; Bestenbostel, Martin von (2022): „Green Economy in Bremerhaven“. Eine Perspektive für die Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Stadtentwicklung in Bremerhaven. Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen Nr. 40 | Juli 2022, Bremen. Arbeitnehmerkammer Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft, Download PDF.

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Gemeinsam mit Hauke Brunkhorst und Felix Petersen hat unser Mitarbeiter Martin Seeliger ein Sonderheft der Zeitschrift ‚Philosophy and Social Criticism‘ veröffentlicht. Seit den 1970er Jahren ist PSC eines der führenden Journale im Feld der Politischen Theorie. Die acht Beiträge der im Open Access-Format zugänglichen Ausgabe befassen sich mit der Krise der liberalen Demokratie aus Sicht von Pragmatismus und Kritischer Theorie. Gemeinsam mit Johannes Kiess hat Martin Seeliger einen Text zum gewerkschaftlichen Internationalismus im Prozess der europäischen Integration beigetragen.

Zu den Artikeln Ausgabe gelangen Sie über diesen Link:

Fellow-up zur gleichnamigen Studie von 2018.

2018 führte das iaw zusammen mit dem Institut für Geographie eine Studie zu den Schwierigkeiten und Präferenzen Studierender in Bezug auf das eigenständige Wohnen durch. Mit der vorliegenden Studie wurde die Erhebung von 2018 aktualisiert und sowohl inhaltlich als auch methodisch (Onlinebefragung und qualitative Interviews) ergänzt.
Vor dem Hintergrund der Coronapandemie stellte sich die Frage nach veränderten Wünschen an die Wohngegebenheiten (z. B. durch mehr Wunsch nach Wohngemeinschaften, um soziale Kontakte „garantiert“ zu haben oder eben gerade nicht, da in Wohngemeinschaften auch mehr Potenzial für Krankheitsübertragungen gesehen werden könnte). Außerdem wirft die vorliegende Studie einen Blick auf die Entwicklung von Kooperationswohnheimen und das Potenzial der Bremer City als Wohnort für Studierende.
Unsere Ergebnisse bestätigen die Tendenzen, die sich bereits 2018 andeuteten: In Bremen bleiben „die üblichen“ Stadtteile am beliebtesten (Neustadt, Östliche Vorstadt, Schwachhausen) und der bezahlbare und relativ zentrale Stadtteil Walle wird etwas häufiger als in den vergangenen Jahren als Wohnort von Studierenden gewählt. Die Bremer City scheint durchaus für einige Studierende infrage zu kommen, jedoch wird von den Befragten die Problematik mit einem unruhigen Umfeld erwähnt sowie die Angst vor nächtlichen Übergriffen durch die Drogenszene und alkoholisierte Personen. Kooperationswohnheime sind offenbar eine Typenfrage: Während manch Studierender den gemeinschaftlichen Charakter dieser Wohnform gezielt vermeidet, sehen andere gerade darin den Reiz. Corona hat die Ansprüche an das studentische Wohnen kaum beeinflusst.

iaw-Schriftenreihe-36.pdf (2.02 MB)