Mitteilungen


Heft 35 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Die Corona-Krise hat die Arbeitsbelastungen von Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege noch erhöht.
Zugleich hat die Krise verstärkt gezeigt, welche Ressourcen aktiviert und entwickelt werden können, um Krisen auf Einrichtungs- und Unternehmensebene zu bewältigen und die Gesundheit von Beschäftigten zu erhalten. Das iaw hat hierzu betriebliche Unterstützungsstrukturen für Beschäftigte in der Corona-Krise unter die Lupe genommen.

 

Zenz, Cora; Becke, Guido, 2021: Gemeinsam stärker! Betriebliche Unterstützungs-strukturen für Beschäftigte in der Langzeitpflege, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 35/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen / Download

Der Experte für Stadtsoziologie wird ab dem 1. April in der School of Architecture im Lehrgebiet der Allgemeinwissenschaften mitwirken.

Wir gratulieren Dr. Günter Warsewa, derzeit stellvertretender Direktor des iaw, zur Ernennung zum Honorarprofessor an der Hochschule Bremen an der Fakultät Architektur, Bau und Umwelt. Wie Frau Prof. Dr. Karin Luckey in ihrer Ansprache bei der online-Ernennungsfeier am 24. März hervorhob, wird damit Günter Warsewas langjähriges Engagement in der stadtsoziologichen Forschung gewürdigt. Die Ernennung tritt zum 1. April 2021 in Kraft. Frau Prof. Luckey verbindet damit auch den Wunsch nach einer Intensivierung der Kooperation zwischen Hochschule, Universität und dem iaw in Bremen. In der Laudation von Frau Prof. Dr. Mansfeld wurde dabei nicht zuletzt sein besonderes Interesse an der Erforschung von Hafenstädten hervorgehoben.

zur Pressemitteilung der HSB

Heft 32 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Für viele Erwerbstätige sind „atypische Arbeitszeiten“ Realität. Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellen ungünstige Arbeitszeitlagen wie Arbeit auf Abruf, Schichtarbeit, Nacht- und Wochenendarbeit spürbare Hindernisse und Belastungsmomente dar. Die Flexibilisierung der Kindertagesbetreuung gilt aktuell als Hoffnungsträger zur Entlastung von Familien. In der hier vorgelegten Studie wurden zum einen die quantitative Datenlage in Hinblick auf Familien mit atypischen Arbeitszeiten verbessert, die Angebotssituation flexibilisierter Kindertagesbetreuung systematisiert und erste Erfahrungen aus entsprechenden Modellvorhaben zusammengetragen. Zum anderen wurden die familieninternen Abwägungsprozesse bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei atypischen Arbeitszeiten am Beispiel von Klinikbeschäftigten mit Kleinkindern nachvollzogen und die möglichen Folgen einer Flexibilisie-rung der Angebotsformen für die Arbeitsbedingungen und die Betreuungsqualität abgeschätzt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar Zusatzbedarfe in einer relevanten Größenordnung vorhanden sind, diese aber oftmals nur unregelmäßig anfallen und wenige Zeitstunden umfassen. Die kind- und stundenbezogene Finanzierung der Kindertagesbe-treuung in den Ländern sowie der Personalmangel erweisen sich zudem als Hürden für eine Flexibilisierung, die nicht zulasten der Arbeitsbedingungen und des Kindeswohls geht.

Böhme, René, 2021: Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei atypischen Arbeitszeiten. Balanceakt zwischen familiären und erwerbsbezogenen Anforderungen, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 32/2021, Arbeitnehmerkammer Bremen.

 

zum Projekt

21 Mythen über die Wirtschaft, die uns teuer zu stehen kommen.

Rudolf Hickel hat mit zwei Kollegen ein neues Buch vorgelegt. Es dient der Aufklärung über einundzwanzig stark interessenbedingten Mythen zur Rechtfertigung der Gewinnwirtschaft.
Wirtschaftsdogmen im Faktencheck – das ist das die einundzwanzig Beiträge einende Ziel.

Mit Johann-Günther König und Hermannus Pfeiffer bewertet Rudolf Hickel den Preis, den die wichtigsten Mythen, die heute auch als ideologisch-rechtfertigende Narrative und in Kurzform als „Fake News“ daherkommen, kosten. Dabei erfolgt die Entmystifizierung durch die Verarbeitung des oftmals von der Politik und in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommenen Theorienstreits innerhalb der Ökonomik. Insoweit werden auch die vorherrschenden Rechtfertigungs-Mythen der „Mainstream Economics“ dechiffriert.

Eine Leseprobe: https://www.book2look.com/book/9783499005336

Link

- HWWI Policy Paper 128 -

In einem gut besuchten Online-Pressegespräch am 18. November 2020 wurde eine gemeinsame Publikation des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) mit der Universität Bremen vorgestellt. Die neue Studie „Struktureller Umbruch durch COVID-19: Implikationen für die Innovationspolitik im Land Bremen widmete sich den Folgen der COVID-19-Pandemie für das Land Bremen. Der Fokus der Analyse liegt auf den Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Innovationspolitik und auf den strukturellen Wandel in der Hansestadt. Die Beiträge gliedern sich in vier Schwerpunkte: Innovation und Gründungsgeschehen, Urbane Entwicklungen und Nachhaltigkeitsinnovationen, Finanzwissenschaftliche Aspekte sowie Globale Märkte und Wertschöpfungsketten.

Das iaw hat mit zwei Artikeln zur Publikation beigetragen: Prof. Dr. Rudolf Hickel mit einem Beitrag zur „Finanzpolitik unter dem Regime der Corona-Krise: Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und das Fallbeispiel Freie Hansestadt Bremen. Dr. Guido Nischwitz widmete sich in seinem Beitrag der „Urbanen Produktion für eine Produktive Stadt Bremen: Beschleunigt die Pandemie eine nutzungs- und funktionsgemischte Stadt?

www.weser-kurier.de


Kontaktdaten:
Prof. Dr. Rudolf Hickel
Dr. Guido Nischwitz
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61735
E-Mail: gnischwitz@uni-bremen.de

Ausgabe 34 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Produktion in der Stadt ist kein neues Phänomen. So gehört eine Urbane Produktion – in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Entwicklungspfaden – zu den konstitutiven Merkmalen einer Stadt. Mit dem Begriff der Produktiven Stadt eröffnet sich die Möglichkeit, mithilfe eines strategischen Ansatzes die zentralen Aspekte der sich wandelnden sozioökonomischen Basis der Städte (Entfaltung neuer Produktions- und Arbeitsformen) mit den Zielen einer kompakten und funktionsgemischten Stadt zu verknüpfen.
In einem Forschungsvorhaben des iaw wurden die konzeptionellen Grundlagen der Urbanen Produktion und der Produktiven Stadt mit Blick auf die Situation in Bremen aufbereitet und in ihrem Wirkungsgefüge analysiert. Die Studie unterbreitet Vorschläge zur Beschreibung und Erfassung einer stadtaffinen und -verträglichen Urbanen Produktion sowie deren Einbettung in ein stadtentwicklungspolitisches Leitbild einer Produktiven Stadt. Anhand von sieben Referenzstädten (Wien, Zürich, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt am Main, Wuppertal, Bochum) wurden entsprechende Aktivitäten herausgefiltert sowie deren Übertragbarkeit auf die Stadt Bremen überprüft. In der Stadt Bremen wurden acht Standorte und Quartiere (u. a. Tabakquartier, Kellogg-Areal) hinsichtlich ihrer Potenziale für die Umsetzung einer Produktiven Stadt untersucht. Die Stadt Bremen erscheint dazu prädestiniert zu sein, sich als Produktive Stadt neu auszurichten und zukunftsfähig zu positionieren. Die Studie enthält konkrete Empfehlungen und Ansatzpunkte für die Erarbeitung einer kommunalpolitisch verbindlichen Strategie einer Produktiven Stadt Bremen, die auch konkrete Instrumente und Maßnahmen umfasst.
Nischwitz, Guido; Chojnowski, Patrick; Bestenbostel, Martin von (2021): Urbane Produktion für eine Produktive Stadt Bremen. Eine Chance für mehr Beschäftigung? Institut Arbeit und Wirtschaft; Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen, Ausgabe 34/ März 2021

Die neue Studie über die Herausforderungen im Übergang Schule - Beruf ist in der Reihe "Arbeit und Wirtschaft in Bremen" erschienen

Für junge Menschen in komplexen Problemlagen, die Schwierigkeiten beim Übergang in das Erwerbsleben haben, werden bundesweit sowie im Land Bremen Programme und Fördermaßnahmen entwickelt. Die Verantwortlichkeiten erstrecken sich auf mehrere Politikfelder wie die Bildungs-, Jugend(hilfe)-, Sozial-und die Arbeitsmarktpolitik. Trotz der dabei entstandenen Vielfältigkeit der Angebote werden einige junge Menschen nicht immer erreicht. Das vorliegende Projekt untersucht, welche Faktoren begünstigen oder verhindern, dass junge Menschen von Unterstützungsangeboten im Übergang Schule–Beruf erreicht werden. Dabei werden Angebote der Beratung, Ausbildungs-und Arbeitsvermittlung, der Existenzsicherung sowie damit verbundene begleitende Unterstützung der Jugendhilfe untersucht (SGB II, III und VIII). Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehen die Sichtweisen und Erfahrungen der jungen Menschen mit den Institutionen und Angebotsstrukturen. Diese werden durch die Perspektiven der institutionellen Akteurinnen und Akteure in den Angebotsstrukturen im Land Bremen ergänzt. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass konkrete Hilfestellungen sowie von den Jugendlichen subjektiv als sinnvoll erachtete Angebote die Annahme von Unterstützungsangeboten –und damit die Erreichbarkeit –von jungen Menschen fördern. Des Weiteren spielt eine wertschätzende Beziehungsebene zwischen dem jungen Menschen und der Bezugsperson eine zentrale Rolle für den beruflichen und sozialen Entwicklungsprozess. Die hier untersuchte Gruppe von jungen Erwachsenen fühlt sich durch eine eher sozialpädagogische Herangehensweise, die Problemlagen sowie die lebensweltliche Situation miteinbezieht, besonders unterstützt. Umgekehrt kann das im SGB II stärker ausgeprägte Spannungsverhältnis zwischen Beratungs- und Kontrollfunktion den Aufbau einer positiven Arbeitsbeziehung behindern und belasten. Darüber hinaus begünstigen komplexe Zuständigkeiten im Behördendschungel sowie komplizierte und lange Antragsverfahren –auch in existenziellen Notlagen –das Entstehen einer Situation der Nicht-Erreichbarkeit der institutionellen Unterstützungsstrukturen durch hilfesuchende junge Menschen und gefährden ihre berufliche und soziale Integration.

Steinberg, Lisa; Dingeldey, Irene, 2020: Wer ist hier schwer zu erreichen? Herausforderungen im Übergang Schule–Beruf, 31/2020, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen,

Überarbeitete und erweiterte Version des iaw-Projektabschlussberichts zur Personalbemessungsstudie von Cora Zenz und Guido Becke.

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Jährlich verabreden die Arbeitnehmerkammer Bremen und das iaw neue Forschungsprojekte. Für 2020 sind sechs Projekte vorgesehen.

PROJEKTE MIT DER ARBEITNEHMERKAMMER

Für 2020 hat das iaw im Rahmen der Forschungskooperation mit der Arbeit­nehmerkammer Bremen sechs neue Projekte verabredet, die vor allem aktuelle Entwicklungen und Veränderungen des Arbeitsplatzes für Arbeitnehmer untersuchen.
Die Projekte bearbeiten im Detail folgende Themen:

Green Economy - Eine Perspektive für die Wirtschaft-, Beschäftigungs- und Stadtentwicklung in Bremerhaven
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Gute Arbeit gestalten mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Inspirierende Praxisbeispiele aus dem Land Bremen
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Duales Studium – Angebote, Erfahrung und Auswirkungen
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Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen im Wandel? Eine fallstudienbasierte Zwischenbilanz geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen für die Beschäftigung wissenschaftlichen Personals und ihre wissenschaftspolitischen Auswirkungen
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Schulisches Übergangssystem in Bremen
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Betriebliche Unterstützungsstrukturen: Wie sind die Arbeitsbedingungen zu gestalten, um Mitarbeiter*innen in der Pflege langfristig halten zu können?
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Herausgeber*innen: Peter Bleses, Britta Busse, Andreas Friemer

Digitale Arbeitsmittel dringen in Arbeitsbereiche vor, in denen sie bislang nur eine untergeordnete Rolle spielten. Die Langzeitpflege ist einer dieser Bereiche, in dem die Arbeit am Menschen und mit dem Menschen im Mittelpunkt steht. Die Akzeptanz digitaler Technik ist daher bei den Beschäftigten in der Pflege voraussetzungsreich. Um Chancen verwirklichen zu können, die in der Technik für gute Arbeit in der Langzeitpflege liegen, bedarf es einer umfassenden Planung, Einführung und Begleitung von Digitalisierungsprojekten. In diesem Band werden zentrale Dimensionen und notwendige Ressourcen des „Veränderungsprojekts Digitalisierung in der Langzeitpflege“ diskutiert. Zu bedenken sind nicht nur technische, ethische, arbeits- und datenschutzrechtliche Aspekte. Zudem sind für die erfolgreiche Integration in den Arbeitsalltag eine vorausschauende Arbeitsorganisation und Kompetenzentwicklung sowie eine partizipative und motivierende Lern- und Führungskultur bedeutend.


Kontaktdaten:
Dr. Peter Bleses