Wandel der Arbeitsgesellschaft

Die Forschungsabteilung I fragt nach den Veränderungsprozessen von gesellschaftlicher Arbeit und zeigt auf, welche Entwicklungen uns zukünftig bevor stehen könnten.

Entlang dieser zentralen Fragestellungen werden drei Themenkomplexe schwerpunktmäßig bearbeitet:

Governance der Erwerbsbedingungen und private Lebensführung

Die Governance der Erwerbsbedingungen wird verstanden als ein Zusammen­wirken wohl­fahrts­staatlicher, tarifpolitischer und betrieblicher Regulierungen und Leistungen im Hinblick auf die Gestaltung von Erwerbsarbeit und die damit einhergehenden Optionen privater Lebensführung. Aus der Perspektive einer Biographisierung der Arbeitspolitik wird beobachtet, inwiefern neue Formen arbeitspolitischer Governance in der Lage sind, die mit verschiedenen Stadien des Lebenslaufs korrelierten Problemlagen zu bearbeiten und angemessene „Lösungen“ anzubieten. Gleichzeitig wird untersucht, inwiefern Wechselwirkungen zwischen den ver­schiedenen Systemen und deren Regulierungen das Entstehen sozialer Prekarität bedingen.

Formen und Akteure der Arbeitsbeziehungen

Die Governance-Perspektive eignet sich außerordentlich, um die sich verändernden Beziehungen zwischen den traditionellen betrieblichen und überbetrieblichen Akteuren wie auch die arbeits­politische Bedeutung „neuer“ Interessengruppen (Berufsverbände, Stakeholder etc.) zu analysieren. Dabei kann einerseits die Bearbeitung neuer Themen wie z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Qualifizierungs- und Entwicklungspfade detailliert untersucht werden. Andererseits ist es möglich, das Entstehen neuer Governance-Mixe unter Berücksichtigung dezentraler, marktlicher oder reziprok-netzwerkartiger Elemente, einschließlich „impliziter Verträge“, darzustellen.

Governance von Wissensarbeit und Innovation

Die Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte ist eine zentrale Voraussetzung für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit moderner Gesellschaften. Dabei kommt es vor dem Hintergrund der Globalisierung und der Knappheit hochqualifizierter Arbeitskräfte zunehmend darauf an, die vorhandenen Potenziale möglichst umfassend zu nutzen und gleichzeitig Anpassungs- und Innovationsfähigkeit durch lernförderliche Arbeits­bedingungen und Gewähr­leistung des Zugangs zum Wissenschaftssystem zu steigern. Besonderes Interesse gilt dabei neuartigen Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen wie auch den damit verbundenen Governance Formen, die neue Anforderungen an Unternehmen und Beschäftigte stellen, und veränderte berufliche Werdegänge und neue Karrieremustern zur Folge haben werden.

Mitglieder der Forschungseinheit Wandel der Arbeitsgesellschaft

Laufende Projekte der Forschungseinheit Wandel der Arbeitsgesellschaft

Abgeschlossene Projekte der Forschungseinheit Wandel der Arbeitsgesellschaft