Mitteilungen


Gemeinsam mit Prof. Paula-Irene Villa Braslavsky (LMU München) hat unser Mitarbeiter Martin Seeliger Prof. Judith Butler (UC Berkeley) zum Strukturwandel der Öffentlichkeit interviewt.

Das Gespräch erscheint Ende des Jahres in einer Sonderausgabe von Theory, Culture & Society, die Sebastian Sevignani und Martin Seeliger gemeinsam herausgeben. Diese wird u.a. Texte von Douglas Kellner, Donatella Della Porta, Nancy Fraser und Jürgen Habermas enthalten.

Link zum Interview


Kontaktdaten:
PD Dr. Martin Seeliger
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61711
E-Mail: seeliger@uni-bremen.de

Neues Projekt am iaw

Die Arbeitsbedingungen eines Großteils der studentischen/wissenschaftlichen Hilfskräfte/Assistent:innen und Tutor:innen in Deutschland sind nicht durch einen Tarifvertrag abgesichert. Gemeinsam mit der Kampagne TV-Stud und den Gewerkschaften ver.di und GEW untersucht ein neues Projekt Arbeitsbedingungen und -erfahrungen studentischer Beschäftigter.

Informationen zum Projekt


Kontaktdaten:
PD Dr. Martin Seeliger
FVG / Wiener Str. 9
28359 Bremen
Tel.: +49 421 218-61711
E-Mail: seeliger@uni-bremen.de

Heft Nr. 32 der iaw Schriftenreihe

Der Beitrag untersucht, wie die Tarifparteien der deutschen Metall- und Elektroindustrie, Gesamtmetall und IG Metall, die Corona-Krise in der Öffentlichkeit darstellten. Die empirische Grundlage bilden Pressemitteilungen, Gastbeiträge der Vorsitzenden und Presseinterviews. Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie die Tarifvertragsparteien die Handlungsfähigkeit der Sozialpartnerschaft einschätzen und welche Prioritäten sie setzen.

Auch in den Kernbereichen des deutschen Wirtschaftsmodells gerät die Sozialpartnerschaft zunehmend unter Druck. Dies spiegelt sich auch in unserer Analyse wider: Während bei der Beschreibung der Krise und der Forderung nach staatlichen Hilfen zur Stützung der Wirtschaft und zum Schutz der Arbeitnehmer auf den ersten Blick eine Interessenkoalition besteht, ist diese durch ein starkes Ungleichgewicht gekennzeichnet. Es geht nicht nur um eine rein strategische Zusammenarbeit in bestimmten Fragen.

Auch die Arbeitgeberseite beharrt auf Lohnzurückhaltung und lässt gewerkschaftliche Forderungen nach einer weitergehenden gemeinsamen Verantwortungsübernahme unbeantwortet. Gerade vor dem Hintergrund weiterer Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt schwächt dies die Verhandlungsmacht der Gewerkschaften und setzt das institutionelle Muster der Sozialpartnerschaft weiter unter Druck.

Hopp, Marvin; Kiess, Johannes; Menz, Wolfgang; Seeliger, Martin (2022): „Social Partnership Revival“ The Framing of the Covid-19-Crisis in the German metal sector, Erschienen in: Schriftenreihe Institut Arbeit und Wirtschaft Bd. 32 // Link zur Publikation Download PDF

 

 

Weitere Kooperationen erwartet

Gemeinsam mit Vertreter:innen des Instituts (Martin Seeliger, Guido Becke, Irene Dingeldey, René Böhme und André Holtrup) diskutierte Ernesto Harder über die Gestaltung der zukünftigen Zusammenarbeit. Das iaw bietet Expertise zu "Tarifbindung, gute Arbeitsbedingungen und Ausbildung". Aber auch die von Ernesto Harder besonders fokussierten Themen der gesellschaftlichen Transformation bzw. Aus-und Wechselwirkungen von Technologie- Engergie- und Mobilitätswandel, aber auch Fachkräftemangel und sozialer Ungleichheit werden am iaw u.a. mit Blick auf Bremen beforscht. Ziel ist dabei zur Gestaltung guter Arbeit auch im Strukturwandel beizutragen.

Neues Heft der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Nach der Schule münden viele Jugendliche statt in Ausbildung zunächst in das Übergangssystem ein. Dessen Aufgabenzuschreibung wird politisch von der Vorstellung dominiert, dass es prioritär den schnellen Übergang in eine Berufsausbildung sicherstellen soll. Vernachlässigt werden bei dieser Betrachtung die Bildungsbedarfe und -ansprüche insbesondere noch schulpflichtiger Jugendlicher.
Der Forschungsbericht untersucht exemplarisch für die Stadt Bremen, inwiefern die Bildungsgänge des schulischen Übergangssystems die Bedarfe junger Menschen adressieren und sie bei der Verbesserung des Schulabschlusses, der beruflichen Orientierung und/oder der Integration in Ausbildung unterstützen. Dabei wurden nicht nur Expertinnen und Experten, sondern auch Schülerinnen und Schüler direkt befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr Bedarfsorientierung und Passgenauigkeit nötig sind, um die Chancen der Jugendlichen systematisch zu verbessern. Mit Blick auf den sehr hohen Anteil der Jugendlichen mit maximal dem Hauptschulabschluss im bremischen Übergangssystem sollte stärkeres Gewicht auf die Möglichkeiten zum Erreichen eines höherwertigen Schulabschlusses gelegt werden, weil dies den Zugang zu vielen Berufsausbildungen erst möglich macht.

Hashem-Wangler, Alexandra; Steinberg, Lisa; Dingeldey, Irene; Krägeloh, Annemieke; Böttcher, Julian, 2021: Schulisches Übergangssystem in Bremen, Bd. 36, Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft.

Guido Becke und Peter Bleses beleuchten in diesem Herausgeberband das Wechselverhältnis von Arbeit und Nachhaltigkeit im Sinne eines integrierten mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsverständnisses.

Die gegenwärtige Arbeitsgesellschaft erlebt tiefgreifende Umbrüche, die Fragen nach einer nachhaltigen Transformation von Arbeit aufwerfen. Ausgehend von der doppelten Zielsetzung einer ökologisch nachhaltigen sowie sozialen Zielen verpflichteten Gestaltung von Arbeit wird in diesem Herausgeberband das Wechselverhältnis von Arbeit und Nachhaltigkeit beleuchtet. Interdependenzen werden zum einen zwischen Arbeit und sozialer Nachhaltigkeit und zum anderen zwischen Arbeit und Nachhaltigkeit in integrativer Perspektive untersucht. Der Band geht von einem integrierten und mehrdimensionalen Nachhaltigkeitsverständnis aus, dessen Kernprinzipien Regenerativität, Zukunftsoffenheit, soziale Generativität und Reflexivität bilden. Interdependenzen von Arbeit und Nachhaltigkeit werden auf unterschiedlichen Ebenen analysiert, d.h. der globalen bzw. transnationalen Ebene, der sektoralen und lokalen Ebene, des Arbeitsmarktes sowie der Unternehmensebene. Hierbei werden unterschiedliche Akteure in den Blick genommen, wie die Internationale Arbeitsorganisation, Gewerkschaften und betriebliche Interessenvertretungen. 

>> zur Leseprobe

Geschlechterungleichheiten in Arbeit, Wohlfahrtsstaat und Familie

Im Campus Verlag erschienen.

Seine Forschungsergebnisse sind schon vor Jahren bei den Untersuchungen zum gesetzlichen Mindestlohn am Institut Arbeit und Wirtschaft verarbeitet worden.

Am Anfang steht zur Erforschung der Funktionsweise von Mindestlöhnen das New Jersey-Experiment von Card und Krueger: Die Mindestlöhne für einfache Arbeit bei den Schnellrestaurants der Fastfood-Branche lagen in New Jersey deutlich über der nationalen Mindestvorgabe im Nachbarstaat Pennsylvania. Im diametralen Widerspruch zur neoklassischen Arbeitsmarkttheorie blieb jedoch die Jobkiller- Wirkung im Bundesland mit den höheren Mindestlöhnen aus. Die theoretische Erklärung wurde gefunden: Wegen der höheren Löhne stieg die Motivation zur Arbeit, die den Lohnanstieg kompensierte. Diese Pionierstudie hat eine Flut von Contra- und Pro-Studien ausgelöst. Die Methoden sind verbessert worden. Heute besteht ein breiter Konsens über gesetzlich zu sichernde Mindestlöhne zur Stabilisierung der Arbeitsmärkte. Diese Forschungsarbeiten haben die Einführung und den Ausbau des gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland befördert. Am Institut Arbeit und Wirtschaft, das wichtige Studien zum Mindestlohn vorgelegt hat, sind die Untersuchungen von David Card genutzt worden.

(Ein Beitrag von Rudolf Hickel)

PD Dr. Martin Seeliger
PD Dr. Martin Seeliger
Wir begrüßen PD Dr. Martin Seeliger

Wir freuen uns PD Dr. Martin Seeliger zum 1. August als neuen Leiter der Abteilung I „Wandel der Arbeitsgesellschaft“ zu begrüßen.  Herr Seeliger ist Soziologe und hat  an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Seine Promotion zu „Soziale Konstruktion organisierter Interessen. Gewerkschaftspolitik im Prozess der europäischen Integration“ wurde am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln verfasst.  Das Thema seiner kürzlich abgeschlossenen Habilitation lautet ‚Verhandelte Globalisierung‘. Darüber hinaus hat Martin Seeliger intensiv zur Tarifpolitik und kollektiven Arbeitsbeziehungen unter Einbeziehung wirtschaftlicher Krisen und Digitalisierung geforscht und publiziert.

Nach verschiedenen Stationen in Jena, Flensburg, Lüneburg und zuletzt in Hamburg kommt er nun ans iaw. Hier wird er u.a. ein Projekt zum Thema „Paradoxien der EU-Personenfreizügigkeit. Präferenzbildungsprozesse für und gegen Europäische Integration“, gefördert von der DFG, in Co-Operation mit Christof Roos von der Universität Flensburg leiten. Weitere Forschungsschwerpunkte liegen im institutionellen Wandel politischer Ökonomien und im Strukturwandel der Öffentlichkeit.

Heft 35 der Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen

Die Corona-Krise hat die Arbeitsbelastungen von Beschäftigten in der stationären Langzeitpflege noch erhöht.
Zugleich hat die Krise verstärkt gezeigt, welche Ressourcen aktiviert und entwickelt werden können, um Krisen auf Einrichtungs- und Unternehmensebene zu bewältigen und die Gesundheit von Beschäftigten zu erhalten. Das iaw hat hierzu betriebliche Unterstützungsstrukturen für Beschäftigte in der Corona-Krise unter die Lupe genommen.

 

Zenz, Cora; Becke, Guido, 2021: Gemeinsam stärker! Betriebliche Unterstützungs-strukturen für Beschäftigte in der Langzeitpflege, Arbeitnehmerkammer Bremen (Hg.), Reihe Arbeit und Wirtschaft in Bremen 35/2021, Bremen: Arbeitnehmerkammer Bremen / Download