Leitthemen

Sein Forschungsprofil hat das iaw in den letzten Jahren durch eine Konzentration auf drei Leitthemen geschärft hat. Hierdurch werden die Arbeiten der Forschungsabteilungen gebündelt und auf übergreifende Fragestellungen konzentriert.

Strategisches Ziel des iaw ist es, im Zusammenhang mit den genannten Leitthemen relevante Entwicklungen und Diskurse zu verfolgen, sich daraus ergebende Fragestellungen mit Bezug zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erwerbstätigen zu entwickeln und so neue Forschungsprojekte zu generieren.

Neue Governance-Formen: Steuern, Regulieren, Koordinieren in der reflexiven Moderne

Mit Blick auf die Forschungsperspektive Governance rückt das iaw seine Forschung zu institutionellen Formen und Mechanismen gesellschaftlicher Steuerung, Regulierung und Koordination in den Mittelpunkt. Diese analytische Perspektive wurde während der vergangenen Jahre nicht nur im Hinblick auf das Erwerbssystem verfolgt, sondern auch auf andere gesellschaftliche Funktionsbereiche - Entwicklung wirtschaftlicher und sozialer Strukturen, Funktionsprobleme des politisch-administrativen Systems - ausgeweitet.

  

Nachhaltigkeit

Grundlage der Nachhaltigkeitsforschung am iaw ist ein ressourcentheoretischer Nachhaltigkeitsbegriff.

Die Projekte zur Nachhaltigkeit am iaw decken ein breites Spektrum ab, das von primär analytisch orientierter bis hin zu gestaltungsorientierter transdisziplinärer Forschung reicht. Es werden u.a. die nachhaltige Gestaltung von Arbeit im nationalen, regionalen oder betrieblichen Umfeld sowie die städtische und regionale Entwicklung in den Blick genommen. Fragen zu den Bedingungen, wie „Arbeit“ weiterhin soziale Teilhabe und Inklusion sowie psychosozialer Integration und Stabilisierung von Erwerbstätigen, aber auch materielle Existenzsicherung und soziale Anrechte auf Absicherung gegenüber sozialen Risiken (Krankheit, Alter, etc.) gewährleisten kann, werden thematisiert. Arbeit wird damit einerseits als Kernelement sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit verstanden. Gleichzeitig ist Arbeit jedoch auch verbunden mit Eingriffen in gesellschaftliche Naturverhältnisse. Hier ist zu untersuchen, inwiefern sie nicht nur zur Vernutzung ökologischer Ressourcen, sondern auch zur Schonung bzw. Regeneration natürlicher Lebensgrundlagen beitragen kann, z.B. durch ökologische Innovationsarbeit.

  

Transformation

Mit der Forschungsperspektive „Transformation“ geht es darum, gesellschaftliche Veränderungsdynamiken in ihrer Komplexität zu verstehen. Als Ursachen entsprechender Prozesse gelten Krisen (gleich ob durch Wirtschaft, Klima oder Pandemie bedingt), soziale Konflikte, aber auch neue Ideen oder strategische Ziele wie im Nachhaltigkeitsdiskurs formuliert. Ferner werden Digitalisierung oder andere technische Innovationen, gesellschaftliche Prozesse wie Globalisierung oder Individualisierung, aber auch sozio-strukturelle Aspekte wie Demografie, Migration oder soziale Ungleichheit etc. als Treiber von Wandel und Transformation benannt. In unseren Projekten gilt es, Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen diesen verschiedenen Entwicklungen in unterschiedlichen Handlungsfeldern aufzuzeigen sowie Folgen zu analysieren. Da der Handlungsdruck entsprechender Veränderungen vielfach global ist, die konkrete Ausgestaltung von Anpassungs- und Governance-Prozessen ebenso wie von Nachhaltigkeitszielen aber weiterhin vorwiegend durch nationale Akteure umgesetzt werden, sind insbesondere Multi-Level-Analysen gefragt.